Kann eine Zahl ein Bild sein? Für meine interaktive Installation PrimePulse Matrix lautet die Antwort: ja. In einem Raster aus 20 × 20 Punkten werden mathematische Zusammenhänge sichtbar. Was zunächst nur wie eine Folge farbiger Punkte aussieht, entfaltet eine überraschende Ordnung.
Die Installation bietet zwei Perspektiven auf die Welt der Zahlen: Bei der Primfaktorzerlegung wächst die Zahl Schritt für Schritt von 1 bis 400. Linien verbinden jeweils so viele Punkte, wie ein Primfaktor vorgibt. Bei 12 = 2 × 2 × 3 erscheinen erst Dreier-, dann Zweiergruppen. Teilbarkeit wird zum Rhythmus, aus einer Rechnung entsteht eine Komposition.
Im zweiten Modus, der Primzahlsuche, zeigt sich ein anderes Muster: Beginnend mit der 2 werden Primzahlen rot hervorgehoben, ihre Vielfachen grün markiert. Nach und nach entsteht eine Liste aller Primzahlen bis 400. Das klassische Sieb des Eratosthenes verwandelt sich in ein lebendiges Bild aus Farben und mathematischer Ordnung.
Zwischen beiden Darstellungen lässt sich jederzeit wechseln. Mit Start, Pause und veränderbarem Tempo kann man die Muster im eigenen Rhythmus entdecken. Die Arbeit knüpft an meine p-adischen Uhren und an die interaktiven Beugungsbilder an: Mathematische Regeln werden nicht nur berechnet, sondern sichtbar und erfahrbar. Mathe zum Anfassen wird Kunst.





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